Jetzt möchte ich noch ein kleines Erlebnis zum Besten geben. Es passt gut, so denke ich, zu diesem Thread.
Auch auf die Ausführungen von Ralf
(Zitat: Das Image unserer Instrumente wird in erste Linie durch interessierte Kreise ("Verkäufer", die keine Ahnung haben oder haben wollen, Spieler anderer Instrumente usw.) gestört.)
werden mit meiner gestern gemachte Erfahrung bestätigt.
Da ich meine 400er CT-M etwas klanglich aufpeppen will - ohne sie umzubauen - bin ich auf der Suche nach Soundexpander. Also habe ich mich im Internet schlau gemacht. Da stieß ich auf das Musikhaus "Musik Produktiv" in Ibbenbüren. 3.000qm Verkaufsfläche und laut Homepage ein interessantes Sortiment. Gestern habe ich mir die Zeit genommen und bin dort hingefahren (130 km einfach).
Ein toller großer Bau, ausreichend Parkplatz alles auf der grünen Wiese. Selber bezeichnet sich dieses Musikhaus als das "Mothership aller Musikhäuser".
Voller freudiger Erwartung habe ich dieses Mothership betreten.
Mein erster Weg ging zu den Noten. Uuuups, es waren ca. 20 Notenhefte bzw. Bücher vorhanden (für Keyboard und Piano). Nein nicht 20 verschieden Titel, sondern 20 Stück (ca. 8 verschieden Titel).
War also nix mit Noten...
Dann hoch in den ersten Stock um die Soundexpander, Orgel usw. anschauen und anzuhören.
Als erstes sah ich diverse Digitalpianos, einen Bereich mit Synthesizer, Masterkeyboards und in einer Ecke Keyboards (Tyros). Von Soundexpander keine Spur.
Na ja, bei der Größe des Ladens habe ich es bestimmt übersehen, dachte ich. Hin zu den Verkäufern (sie versteckten sich hinter diversen PC-Arbeitsplätzen) und fragte nach Soundexpander für eine E-Orgel.
"Was wollen sie haben???? Neee, so etwas haben wir hier nicht. Der Markt dafür ist total tod!!!" Nach meinem Einwand, dass sie es auf Ihrer Homepage anbieten, bemühten sie sich wenigstens in Ihrer Sortimentsliste danach zu schauen.
Näher Auskunft als das sie es für mich bestellen könnten - wenn ich es unbedingt haben möchte - bekam ich nicht. Dazu bekam ich noch den Hinweis, dass es nichts neues am Markt gibt und daher nur „alte“ Modellreihen kaufen kann. Zum Beispiel von Roland.
Es lohne sich nicht, so etwas her zu tun, wenn man davon 1 Stück in 2 Jahren verkauft.
Die Aussage ist korrekt,weil man bei der geballten Fachkompetenz dort wohl auch nicht mehr verkaufen kann. (Sorry Das musste ich mal loswerden).
Den Expander Ferrofish kannten sie gar nicht aber es gibt ja google.
Und nein, das waren nicht die Verkäufer der Gitarrenabteilung sondern die Fachverkäufer oder Fachberater der Tasteninstrumente.
Dann kam einer der Verkäufer auf die Idee mir Software anzubieten. Da gäbe es diverse gute Soundsoftware. Ich müsste dann nur mit einem Laptop an der Orgel arbeiten. Dazu benötige ich aber ein „Powerbook“ – ein Powermac wäre da gerade richtig – und natürlich eine gute Soundkarte.
Ich bedankte mich für die kompetente Beratung und schaute mich noch ein letztes mal um. Es gab wirklich nur Tasteninstrumente ohne Pedal. Selbst ein Midipedal, was man ja eventuell an ein Keyboard anschließen könnte, war nicht vorhanden.
Dann bin ich wieder Richtung Heimat gefahren (Mein Aufenthalt dauerte dort ca. 20 Minuten) und um eine Erfahrung reicher.
Auf der Heimfahrt überlegte ich mir die Konsequenz aus meiner dort gemachten Erfahrung. Sollte eine interessierte Familie mit ihrem Kind dort auftauchen um das erste Instrument für den Nachwuchs zu erstehen, wird es garantiert keine kleine E-Orgel sein. Eher wohl ein Piano oder Keyboard.
Wie soll es dann mit dem Orgelnachwuchs klappen???
Hier brauche ich ja wirklich nicht erklären, welche Vorteile es mit sich bringt, wenn das Kind durch die Vielseitigkeit einer E-Orgel gefordert aber dann auch belohnt wird.
Nur in den "Point of sale" tut es bzw. kann es keiner vermittel und dann kann auch keine Nachfrage entstehen. Aber Ware wird erst geordert, wenn es eine Nachfrage dafür gibt. Hier beißt sich die Katze selber in den Schwanz.
Zurzeit entsteht ja – gefühlt - eine Renaissance der E-Orgel. Es ist noch eine kleine zarte Pflanze aber ich hoffe und wünsche mir, dass sie wachsen und gedeihen wird.
Ich freue mich auf jeden Fall auf das Tastenfestival in Bad Aibling und bin mir sicher, dass ich Gespräche mit interessierten und kompetenten Beratern bzw. Verkäufern führen kann, die mir meine Fragen gerne beantworten.
Gruß
Dieter